run(ning)2gether in Stockholm

Vor wenigen Tagen erreichte uns ein lesenswerter Marathon Bericht von unseren run2gether Mitgliedern Julia und Ingo BULTSCHIEDER,  den wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Herbst 2017: Peter Cujé meldet sich bei Julia und mir und fragt, ob wir nicht Lust hätten, mit ihm zusammen den Marathon in Stockholm im Juni 2018 zu laufen. Nach intensiven Überlegungen (ca. 1 Sekunde Blickkontakt) kamen wir zu dem Schluss: warum eigentlich nicht Stockholm. Anfang Juni klang super, dann ist es in der Vorbereitung auch nicht so heiß und beim Marathon selbst in Skandinavien wohl auch nicht. Wir waren eben jung und naiv.

Nachdem der Mai sich von seiner extrem sonnigen und heißen Seite gezeigt hatte freuten wir uns auf angenehmere Temperaturen in Schweden. Ein Blick auf die Wetter App meines Vertrauens am Tag vor dem Abflug: Temperaturen von 26 – 28 Grad in den nächsten Tagen. Klasse, das klappt ja hervorragend mit dem kälteren Klima im Norden.

Beim Anflug auf Stockholm fiel uns auf, wie grün es dort überall ist. Müsste da nicht irgendwo eine Großstadt sein? Die versteckt sich in der Tat zwischen allerlei Bäumen. Und Flüssen. Und Seen. Ein herrlicher Anblick.

Am Boden ist Stockholm nicht weniger beeindruckend. Und so machten sich Peter, sein Laufkollege Helmut Brock und wir auf den Weg, am Donnerstag und Freitag möglichst viel von Stockholm zu sehen, ohne dabei den Marathon am Samstag zur Qual zu machen. Was uns rückblickend erstaunlich gut gelungen ist. Leider waren 1,5 Tage doch etwas wenig, da wir am Sonntag früh schon wieder den Rückflug antreten mussten. Aber eine absolute Empfehlung ist das Vasa-Museum, in dem ein altes gesunkenes Schiff zu besichtigen ist:

Am Samstag ging es dann nach dem Frühstück zum Start. Ein Detail, was uns vorher extrem gut gefallen hatte, war der späte Start um 12 Uhr, der uns ein entspanntes Frühstück ermöglichte. Der Nachteil der Geschichte wurde uns allerdings auch schlagartig bewusst: die gemeldeten 28 Grad im Schatten waren genauso pünktlich wie wir.

Und dann ging es auch schon los. Der Start erfolgte ganz in der Nähe des Olympia-Stadions, in dem später der Zieleinlauf sein würde. Dass die Bedingungen nicht gerade zur Bestzeit einladen war allen vorher bewusst, entsprechend gingen wir die Geschichte entspannt an und genossen die Stadt und vor allem die Zuschauer. Stockholm hat nicht ganz 1 Millionen Einwohner, gefühlt müssten wir den Großteil während des Marathons gesehen haben. Es war der Bär los. Der Schwede an sich feuert mit “Heja” an, die enthusiastischeren mit “Heja Heja” und die ganz Wilden packen noch diverse weitere “Heja” drauf.

Verpflegungsstände gab es ausreichend, und dabei durften wir auch etwas ganz neues erleben: es gab einen Versorgungspunkt, bei dem es eingelegte Gurken gab. Da waren wir uns auch unschlüssig, wie der Magen wohl darauf reagiert, haben es dann aber doch ausprobiert. Die Gurken waren schwer an der Grenze zu versalzen, brachten uns aber schlagartig wieder auf Vordermann. Super Sache. Auf den nächsten 100 m sah es übrigens aus, als ob es eine Invasion von Nacktschnecken gegeben hätte. Anscheinend schmeckten sie nicht Jedem …

Irgendwann gesellte sich mit Alfred noch ein weiterer run2gether-Läufer zu uns, den wir Ostern in Kiambogokennen gelernt hatten. So ein run2gether-Shirt ist halt nicht zu übersehen, da findet man sich auch unter 15.000 Läufern.

Bei Kilometer 34 kam dann der gefürchtete “The Climb”. Das ist eine Brücke, bei der es ziemlich lang bergauf geht. Also exakt das, was man nach 34 km braucht. Zu Beginn stand dann auch gleich sowas wie “nur noch 500 m bis zur Spitze”. Und dann alle 100 m ein weiteres Schild. Dafür entschädigt dann aber die Aussicht. Glaube ich jedenfalls, ich hatte 180 Puls und andere Sorgen, als ich oben war.

Danach kam dann mein persönlicher Höhepunkt des Laufs: bei etwa 36 km schallte aus den Lautsprechern “Give it up, give it up, Baby give it up”. Haben einen interessanten Humor, die Schweden. Beim nächsten Versorgungspunkt gab es dann als kleinen Gag keine Becher mehr. Braucht man auch nicht zwingend, dann wird halt mit den Händen getrunken.

Noch ein bisschen abschließendes Sightseeing und schon ging es in das Stadion. Da waren dann die verbliebenen Stockholmer und feuerten an, so macht finishen mal richtig Spaß. Ein Blick auf die Uhr: 42,7 km (hauptsächlich bedingt durch das Laufen der Cujé-Schleife, kleiner Insider-Witz) und über 500 Höhenmeter. Danach hieß es dann, die Kohlenhydrate und sonstigen Speicher wieder aufzufüllen, vermutlich mangelte es an allem. Dazu konnte man sich neben Wasser und Bananen auch eine Art Zimtschnecke und Hot-Dogs (klingt erstmal komisch, aber nach einem Marathon bekommt man mit gutem Willen alles rein) einverleiben.

Unter dem Strich: es war unheimlich anstrengend. Und unheimlich schön. In Stockholm waren wir sicher nicht zum letzten Mal. Ob es aber nochmal ein Marathon wird hängt auch vom Wetter ab.

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Gratulation an Julia & Ingo und Peter fürs Finishen und vielen Dank für den Bericht, der trotz Anstrengungen oder genau deshalb zum Nachahmen reizt…..

Euer run2gether Team

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