Die beiden Sportwissenschafter Marietta SENGEIS und Johannes ERNST machten vor kurzem Untersuchungen  über die Körperzusammensetzung und Körperfett Messungen unserer kenianischen Athleten/innen mit der neu publizierte Ultraschallmethode (BJSM, 2016). Sie erzählen uns aus ihrer Sicht über das Projekt und ihre Erlebnisse in Kiambogo.

Eine für uns sehr spannende Möglichkeit ist entstanden, so machten wir uns am 7. April auf und reisten nach Nairobi, wo wir von Gitonga und Steve in das Sports and Recreation Center Kiambogo gebracht wurden. Im Auto haben wir auch zwei weitere Österreicherinnen kennengelernt. Gemeinsam mussten wir über den holprigen Anreiseweg zum Camp sehr viel lachen.

Im Camp angekommen war die Anspannung für uns noch immer sehr groß, da wir nicht wussten, ob die Sportler/innen sich auf die Untersuchungen freuen, oder ob sie gar nicht teilnehmen wollen. Nach der ersten, recht kühlen Nacht (7°) haben wir uns zuerst mal relativ schüchtern zum Frühstück gesetzt. Weitere laufinteressierte Österreicher/innen und eine Australierin waren ebenfalls im Camp, um Trainingswochen der etwas anderen Art zu verbringen. Nach dem Frühstück begannen wir gleich mit dem Vermessungen.

Die Kenianer waren allesamt sehr freundlich und die ersten Vermessungen verliefen sehr gut. Die Athlet/innen waren sehr interessiert an dem was wir machten und so kamen immer mehr Sportler zu uns und fragten, ob sie gleich zur Vermessung kommen könnten. Von Desinteresse und Schüchternheit also keine Spur, was die Arbeit natürlich erstens einfacher machte und uns zweitens sehr viel Freude bereitete. Der zweite Tag verlief  ähnlich wie der erste und so verging auch dieser Tag sehr schnell.
Am Montag stand eine Laufschwelle (Laktat-Test) auf dem Programm. Keiner der Athlet/innen hatte bisher jemals eine Laufschwelle, geschweige denn einen Laktat-Test gemacht. So mussten wir zuerst etwas Überzeugungsarbeit leisten. Tim unterstütze uns Gott sei Dank mit Erklärungs- und Überzeugungsarbeit und so kam es zum ersten Laktat-Feldtest in Kiambogo auf der run2gether Aschenlaufbahn.

Zu Beginn des Tests merkte man schon, dass die Athleten teilweise nervös und gespannt waren, was da passieren würde. Für uns war es auch ein Debüt und eine große Ehre diesen Test durchführen zu dürfen. Nach der doch längeren Testerklärung ging es dann los. Knapp 20 Athleten nahmen an dem Test teil. Es klappte alles perfekt und so waren wir mit dem Ergebnis hoch zufrieden und auch erleichtert. Am Nachmittag standen weitere Vermessungen am Programm und so ging auch der Montag zu Ende. Beim gemeinsamen, sehr köstlichen Abendessen bei offenen Kaminfeuer ließen wir den ereignisreichen Tag zufrieden Revue passieren.

Am Dienstag beschlossen wir eine kleine Auszeit zu nehmen und einen Ausflug zu machen. Wir entschieden uns für die Lake Naivasha Tour mit anschließendem Abstecher zum Hells Gate Nationalpark. So etwas hatten wir noch nie gesehen. Der ganze Tag war sehr spannend und wunderschön. Das Land, die Tiere, die Leute all das einfach einzigartig und für sich einfach unbeschreiblich toll. Nach einem kleinen Autozwischenfall, wir hatten einen Platten bei der Heimfahrt, kehrten wir müde aber glücklich am späten Abend ins Camp zurück.
Da an unserem Ausflugstag einige Athlet/innen im Camp neu dazukamen und anscheinend unsere Laufschwelle Eindruck hinterlassen hatte, bat uns Geoffrey GIKUNI eine weitere Laufschwelle am Mittwoch durchzuführen. Wir waren natürlich Feuer und Flamme für diese Idee und glücklich, dass das Interesse an unserer Arbeit so groß war. So kam es zur zweiten Laufschwelle mit weiterten  15 Athleten. Auch dieser Test verlief wieder großartig und so konnten wir uns am Nachmittag erneut auf Vermessungen und FMS Tests (Functional Movement Screen zur Ermittlung von muskulären Dysbalancen und Bewegungseinschränkungen) stürzen.

Am Donnerstag mussten wir uns auf die Auswertungen konzentrieren. Die Computerarbeit in so einem wunderbaren Land und bei solch einen schönen Wetter ging nicht ganz so leicht von der Hand. TRotunden wollten wir, dass die Athlet/innen von unserer Arbeit sofort profitieren und so verbrachten wir den ganzen Tag mit diversen Auswertungen. Die Ergebnisse waren teilweise sehr beeindruckend! Dies betraf sowohl die Laktatkurven, als auch die Fettwerte der Läufer/innen.
Nun war bereits Freitag und so veranstalteten wir eine gemeinsame Ergebnisbesprechung bei der so viele Athlet/innen wie möglich anwesend sein sollten. Alle Läufer  hatten sich dafür auf der Terrasse versammelt. Wir besprachen alle Ergebnisse der vergangenen Tage. Das Interesse der Sportler/innen war wirklich beeindruckend. In Österreich verlaufen solche Gespräche selten so gut. Jeder von den Athlet/innen hörte uns gespannt zu. Auch der Coach nahm die neuen Erkenntnisse gerne entgegen und fragte uns wissbegierig zu verschiedenen Themenstellungen.
Der Samstag, unser letzter Tag in Kenia, war angebrochen. Bis zum Flughafentransfer verbrachten wir die Zeit mit Individualgesprächen mit den Athlet/innen über ihre erbrachten Leistungen und Werte. Sie wollten uns gar nicht mehr gehen lassen. Leider war nun die Zeit für die Rückkehr nach Österreich angebrochen. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto machten wir uns wehmütig auf dem Weg zum Flughafen.

Abschließend möchten wir sagen, dass diese Woche wirklich wunderbar war! Die Menschen, das Land, die Natur, all das war einzigartig und eine unheimlich tolle Erfahrung. Wir sind dankbar für diese Chance am Leben der Athlet/innen teilhaben zu können. Das ist Afrika in seiner reinsten Form und wir würden es jedem Menschen, Läufer oder auch nicht nahe legen dorthin zu reisen und sich beeindrucken zu lassen. Vielen herzlichen Dank an Tim und dem gesamten run2gether Team für diese Möglichkeit. Weiters möchten wir auch allen Athleten für die tollen Laufeinheiten und die gute Zusammenarbeit danken.
Afrika, wir kommen wieder!

Vielen Dank liebe Marietta und Johannes für euren Bericht und vor allem für dieses Projekt, das unseren Athleten viele neue und wichtige Erkenntnisse brachte. Ihr seid jederzeit bei uns im Camp in Kiambogo oder auch bei unseren Sommerlaufwochen auf der Hochrindl gern gesehen!

Euer run2gether Team

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